Freitag, 4. September 2015

Erster Gemeinschaftsansitz

Am letzten Dienstag waren wir auf den ersten Gemeinschaftsansitz bei Reinhausen eingeladen. Um 17.30 wollten wir uns mit dem Förster treffen, also haben wir um 16.30 unsere Sachen gepackt und sind losgefahren. Nach einer kurzen Verwirrung was die Anfahrt anging, haben wir schließlich das große Auto mit der Aufschrift 'Niedersächsische Landesforsten' gesehen, und sind einfach kurzentschlossen hinterher gefahren. Wir haben unser Ziel also doch noch erreicht. Nach der sehr netten Begrüßung eine kurze Vorstellungsrunde, und dann kam auch schon der Rest der Jagdgesellschaft: Durchweg alles sehr nette leute, die einem nicht nur Bilder vom fettesten Ungarn-Hirsch, sondern auch vom putzigen Bilch, der in der Jagdhütte wohnt, zeigten, und mit denen man sich nett unterhalten konnte :-)
Nun also noch schnell Jagdscheinkontrolle und die Wachtelhunde des Försters nochmal geknuddelt, und da gings auch schon los.

Ich habe eine nette Leiter ein ganzes Stück den Grasweg entlang bezogen. Links und rechts gingen der breite Grasweg weiter, auf dem die sauen fleißig gebrochen hatten, und geradeaus konnte ich in einen Altbestand schauen, der von einer Dickung gesäumt wurde. 

Noch ein Stück begleitete der nette junge Förster mich, dann sollte ich den Weg alleine finden. Kein Problem! Hatten wir uns doch eben noch in Zimmerlautstärke unterhalten, überraschte es mich, als ich nach bereits 5 Metern ein Stück Rehwild auf dem Grasweg stehen sah. Häh? 
Also geduckt und gewartet, ich hatte leider noch nicht geladen... Es zog weiter, gefolgt von einem zweiten Stück, das hastig hinterher sprang. Ricke mit Kitz? Ich konnte es nicht richtig sehen, aber jedenfalls war ich stark beeindruckt, schon Anblick gehabt zu haben. Juhu, voll motiviert pirschte ich mich weiter zur Leiter, wo ich Stellung bezog. Na Waidmannsheil!

Meine neue leuchtende Drückjagd-Fleece :D
Es war gegen halb 9, ich ließ nun also schon eine ganze Weile die Seele baumeln, da gab es plötzlich einen einzelnen lauten KNACK! im Dickicht. Plötzlich ist die Spannung wieder da, und da sah ich den Übeltäter: Ein Stück Schwarzwild trottete von einem Busch zum Nächsten. 
Leider sehr weit weg, aber trotzdem ein tolles Erlebnis im letzten Licht! 
Um 21:00 Uhr wurde dann abgebaumt, und nach einem netten Händeschlag verabschiedeten wir uns bis zum nächsten Morgen.

Nach einer kurzen Nacht, die mit einem Feierabendbier begonnen hatte, klingelte um viertel nach 4 der Wecker. Ruck zuck in die Klamotten gehüpft und erneut ging es auf nach Reinhausen. 
Angesessen wurde wieder an den gleichen Ständen. Ehrlich gesagt, hoffte ich sehr, wieder eine Steckdosennase zu sehen, da ich die noch nicht oft gesehen hab, und das Erlebnis vom vorigen abend schwebte mir noch im Kopf- da sah ich eine Bewegung hinter einem Stamm: Rehwild!
Erst eines, dann ein zweites konnte ich sehen, doch leider blieben sie durchgängig hinter den Büschen und Bäumen, bis...
... das, welches ich als Kitz angesprochen hatte, spitz auf mich zu kam. Immer näher kam es, und ich hatte bereits angelegt, doch es wollte sich einfach nicht breit stellen. Da stand es nun, knappe 30m von mir entfernt, und schaute mich an. "Nur nicht bewegen, Jana, nur nicht bewegen!!" Da drehte es sich um und hüpfte wieder hinter den nächsten Busch. ich konnte beide noch eine kurze Weile beobachten, jedoch ergab sich leider nie die Möglichkeit, einen Schuss anzutragen... Schade, aber so ist das Jägern nunmal ;-)
Um halb 9 morgens wurde wieder abgebaumt, leider hatte niemand Waidmannsheil gehabt, und wir verabschiedeten uns bis zum Mittag, wo wir versprochen hatten, beim Hochsitzbau zu helfen.



Schief und krumm, aber wir haben uns Mühe gegeben :D
Darum ging es nach einem kurzen Nickerchen auch schon wieder in den Wald. Mit den beiden Praktikanten zusammen haben wir unserer Fantasie freien lauf gelassen, und mit viel Freude einen sehr abenteuerlichen Hochsitz zusammengezimmert... Am Ende sah er ziemlich krumm und schief aus, und ich wäre auch beinahe einmal von  unserem Meisterwerk abgestürzt, aber wir waren am Ende trotzdem sehr stolz auf das, was wir geschafft hatten... Immerhin war es unsere erste selbstgebaute Ansitzeinrichtung, und wir haben mit viel Spaß einige nützliche Tricks gelernt :-)

Die Zeit verging tatsächlich bei den Gelächter über krumme Nägel und schiefe bretter wie im Flug, und so war es plötzlich schonwieder 18:00 Uhr, und wir marschierten durch den Wald zu unseren Ständen. 
Diesmal war es allerdings leider ein ziemlicher Totentanz: Bis auf einen sehr nervigen Rabenvogel, der die ganze Zeit Meldung machte, hatte ich keinen Anblick.

Jedoch haben wir viele spannende Dinge erlebt in den letzten 2 Tagen, angefangen bei Siebenschläfern in der Jagdhütte, über Wildschweine und mit-der-Wachtel-spielen, bis hin zum Ansitzbau, war es ein tolles Erlebnis mit vielen netten Leuten!
Vielen Dank für diese nette Einladung, wir kommen sehr gerne bald wieder! 












1 Kommentar:

Martin Labude hat gesagt…

Servus
Sehr schön geschrieben. ..
Die Ansitzeinrichtungen sieht wirklich sehr Abenteuerlich aus, als würde man nach hinten umkippen wenn man drauf sitzt :-D