Montag, 24. August 2015

Warum Jäger Spaß am Tiere-töten haben... Oder ist das etwa ganz anders?!


Hey Ihr Lieben!
Heute habe ich einen Kommentar auf Facebook unter dem von mir geposteten Bild von meinem letzten Bock gehabt, auf den würde ich gerne einmal eingehen. 
Es ist ja nichts Neues, das Jäger, und insbesondere die, die auch in öffentlichen Medien dazu stehen, oft mal mit Gegenwind und Kritik, oder besser gesagt, ideologischem, schlecht informiertem Unmut rechnen müssen. Bis jetzt hatte ich das noch nicht so, und grundsätzlich  bin ich auch der Meinung, wenn jemand etwas gegen die Jagd hat, muss man ihn nicht unbedingt missionieren. Allerdings erwarte ich das umgekehrt auch! Auch ich will keine andere Meinung aufgedrängt bekommen. 
Es begann also alles mit diesem einen Kommentar:


Kurz war ich ein wenig verärgert über solche sarkastischen, gemeinen Kommentare, habe dann allerdings beschlossen, mich ehrlich auf die Diskussion einzulassen, und versucht, Fragen zu beantworten. 


Tja. Wieso freuen sich Jäger über den Tod eines anderen Lebewesens und haben Spaß am Töten? Ich finde, es ist eine berechtigte Frage, ehrlich. Ich glaube, viele Leute können sich das einfach nicht vorstellen. Die haben da ein vollkommen falsches Bild... Woher soll man es auch wissen, da hab ich mal versucht, für mich eine Antwort dazu zu finden...

"Kann ich verstehen, aber so ist es gar nicht gemeint gewesen... Jagd hat auch ganz viel mit Tradition zu tun, es gibt Brauchtümer wie beispielsweise den Bruch des "letzten Bissens", man legt dem erlegten Tier einen letzten Ast ins Maul, als "Ehrung" und "Verabschiedung", sowas würden wir nicht machen, wenn wir das Tier nicht ehren würden. Für jede Tierarzt gibt es bestimmt Hornsignale, die bei den großen Gemeinschaftsjagden beim traditionellen "Streckelegen" geblasen werden, auch als "letzten Gruß", so zusagen. Man darf sich das tatsächlich nicht so vorstellen, dass wir uns da mit dem Blut des Tieres einschmieren und uns darüber freuen, dass das Tier nicht mehr lebt, weil wir es so geil finden, dass es jetzt tot ist. Aber so eine Jagdsituation ist einfach sehr sehr aufregend. Meistens sitzt man einen ganzen Monat, jeden morgen und Abend, egal ob's regnet oder kalt ist, dann ist man nass bis auf die Unterwäsche, man friert bitterlich, und sieht nichts. Und wenn dann doch endlich das Tier vorbei kommt, das man aus der Population "rausselektieren" möchte, dann steht es zu weit Weg und verschwindet plötzlich doch wieder im Dickicht. Dann gehst du wieder mit leeren Händen nach Hause. Es ist oft, dass mein Wecker nachts um 4 klingelt, es ist nebelig nass und kalt draußen, und ich hab eigentlich überhaupt keine Lust auf nasse Füße im gruseligen kalten Wald, sondern will viel lieber im Bett liegen bleiben... Aber dann quäl ich mich hoch. Und wenn man dann tatsächlich anlegt und das Tier im "Fadenkreuz" des Zielfernrohrs sieht, dann ist das absolute Konzentration, und du bist die mir ganz bewusst darüber, das da ein Tier am anderen Ende steht. Und du gibt's alles, damit das ein guter Schuss wird, und das arme Tier, das du da eine Stunde lang beim friedlichen Fressen in den ersten Strahlen der Morgensonne beobachtet hast, nicht leiden muss. Und dann knallt es, und das knallt verdammt laut, nach 3 Stunden mucksmäuschenstille, und du denkst dir: Ist er jetzt direkt runter gegangen?! Oh nein, das Gras dort ist zu hoch, ich kann es nicht sehen!! Aber statt dass du sofort hin läufst, um deine Angst, schlecht geschossen zu haben, oder deine Aufregung zu lindern, sitzt du 15 Minuten zitternd da, um dem Tier in seinen Sekunden, falls es noch einen letzten Atemzug macht, nicht noch mehr zu erschrecken, bleibst sitzen uns zitterst weiter am ganzen Körper und hoffst und betest inständig, dass der Schuss so gut war, wie du trainiert hast, jeden Samstag auf dem Schießstand, 10 Schuss, 2,50€ pro Schuss, aber egal, dann fahr' ich halt nicht in den Urlaub, weil ich mein Geld dafür ausgebe, das ist es mir wert. Und tausend Dinge schießen dir durch den Kopf, während du zitternd vor Aufregung da sitzt, weil du nach dem Schuss die Wildtiere in der Umgebung nicht noch mehr beunruhigen willst. Und wenn du dann endlich vom Ansitz runter gehst, das Tier findest, den Schuss perfekt, und du weißt, es hat nicht gelitten. Es ist einfach tot umgefallen. Ohne leid. Direkt im Knall. Dann fällt alle Angst und Aufregung von dir und wird zu Dankbarkeit und Freude, dass alles so gut geklappt hat. Und das ist, weswegen wir uns darüber freuen. Das ist schwer nachzuvollziehen, und ich find auch, dass muss man nicht gut finden, aber so ist das halt... Und ich find's auch gut, das zu hinterfragen, und darüber zu diskutieren, nur nicht auf gemeiner sarkastischer Ebene. Ich find's auch gut, wenn ich die Chance bekomme, zu erklären, wie das so ist, deswegen schreib ich meinen Blog. Und die Formulierung oben hab ich nur gewählt, damit man die Geschichte dazu auf meinem Blog lesen möchte :) hinter jedem erlegten Tier steckt nämlich eine Geschichte und ein Erlebnis... Und deswegen freuen wir uns am Ende des Tages nämlich auch, wenn wir was erlegt haben, mit 'nem sauberen Schuss. Und dann nehm ich das Tier natürlich mit, nur die Innereien lass ich für die Füchse und Wildschweine im Wald, und wenn man es "romantisch" sehen will, dann kann man so sagen, geb ich dem Wild im Wald so wenigstens was zurück. Und den Rest nehm ich mit nach Hause, und dann mach ich einen köstlichen Braten draus und erfreue mich an dem leckeren Wildfleisch. Da stecken halt ziemlich viele Emotionen dahinter, aber einfach hinter dem ganzen Erlebnis, nicht hinter dem Akt des Tötens um des Töten Willens  ;)

Tja. So ist das irgendwie. Schade, dass viele sich nicht die Mühe geben, das durchzulesen, und wenigstens mal drüber nachdenken... Ich will auch niemanden revolutionieren, aber ich möchte auch nicht mit Vorurteilen und ideellem Hass bombardiert werden...

Ich denke darüber sollten wir uns alle mal Gedanken machen...

Eure Jana






Zum Schluss noch ein weiterer Kommentar zum Nachdenken:



Kommentare:

Martin Labude hat gesagt…

Sehr schöner Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit!
Weiter so!

Anonym hat gesagt…

Herzlichen Dank für diese ehrlichen und autentischen Gedanken. Kann ich gut nachvollziehen und mitfühlen. Freue mich, dass wir uns beim Vorsatz, unsere Schussleistung ständig weiter zu verbessern, durch glücklichen Zufall übern Weg gelaufen sind. Die besprochenen Geco Zero verschenke ich gern.
Matthias

Jana hat gesagt…

Hallo Matthias! Das war tatsächlich eine sehr nette und hilfsbereite Begegnung auf dem Schießstand! Vielen Dank dafür, ich hab mich sehr gefreut! Die Gecos waren eine kleine Rettung für mich :) Ich rufe die Tage mal bei Dir an, liebe Grüße, Jana

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für eine solch großartigen Beitrag. Da kann man nur sagen Hut ab das ist wirklich so ziemlich der Beste Beitrag in Sachen jagdlicher Öffentlichkeitsarbeit den ich bisher gelesen habe. Ehrlich sachlich und passioniert. Auch der Rest des Blogs ist absolut super. Ich wünsche Dir für den gesamten Blog weiterhin viel Erfolg und für die Jagd viel Anblick und ordentlich Waidmannsheil. Viele Grüße aus dem Westerwald.
Daniel