Freitag, 16. März 2018

Wilde Küche

Wildschweinträger
mit Syracuse Salt Potatoes und Fenchelsalat


In einigen Haushalten ist der Wildbraten an Weihnachten ein fester Bestandteil der Küche geworden. Über „Wildschweinbraten mit Rotkohl und Klößen“ geht die Kreativität einiger jedoch leider nicht hinaus. Dabei lassen sich ebenso gut auch andere Teile des Wildschweins in der Wilden Küche zu ausgesprochenen Köstlichkeiten zubereiten. Auf einer Drückjagd der letzten Saison habe ich ein ganzes 40kg Schwein abgekauft und zerwirkt. Bei einem Glas Rotwein habe ich mit einem befreundeten Kommilitonen aus dem Träger das Folgende gezaubert. Viel Freude beim Nachkochen! 

Zutaten: 
Wildschweinträger, ausgelöst und pariert, in gulaschgroße Stücke geschnitten
Rotwein
Walnussöl
Knoblauch
Wildgewürz Herbaria Waldeslust

Babykartoffeln
grobes Meersalz

Baby-Spinat
Rucola
Fenchel
Balsamico
Olivenöl
Salz & Pfeffer

Den Wildschweinträger auslösen und in gulaschgroße Stücke schneiden. Anschließend das Fleisch flach in eine Tupperdose legen und einen guten Schuss Rotwein hinzugeben. Desweiteren einen Schuss Walnussöl sowie eine gute Prise Herbaria Waldeslust Gewürzmischung über das Fleisch geben. Mit Salz und Pfeffer etwas abschmecken. Anschließend den Knoblauch in feine Scheibchen schneiden und ebenfalls auf das Fleisch legen. Für eine besonders fruchtige Note können auch noch
Scheiben einer Bio-Orange dazu gelegt werden. Anschließend die Tupperdose gut verschließen und alles gute 3-4 Stunden, eher länger, marinieren lassen.

Die Babykartoffeln mit Schale in ausreichend Wasser zum Kochen bringen und soviel Salz hinzugeben, dass es sich gerade nicht mehr lösen kann. Den Garheitsgrad der Kartoffeln überprüfen, indem man sie mit der Messerspitze aufpiekst: Fallen sie wieder ab, sind sie fertig!
Wichtig dabei: Vorher die Babykartoffel auf jeden Fall aus dem Salzwasser nehmen! Sobald die Haut verletzt ist, zieht das übersalzene Wasser in die Kartoffel und versalzt diese!
Sind die Kartoffeln fertig, können sie einfach in einem Nudelsieb abgegossen werden. Es sollte sich eine pulverige Salzschicht auf der Kartoffelhaut bilden.
Die Syracuse Salt Potatoes sollen außen salzig und innen cremig weich sein.

Für den Fenchelsalat die Fenchelknolle halbieren und in feine Streifen schneiden. Anschließend den Fenchel in eine Schale geben. In einem separaten Schälchen einen Teelöffel Honig in etwas Balsamicoessig und Wasser auflösen. Anschließend einen Schuss Olivenöl hinzugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken; Die Vinaigrette über den Fenchel geben und den Fenchel ebenfalls kurz marinieren lassen.

Eine Pfanne sehr heiß erhitzen und einen Teelöffel Kokosöl schmelzen lassen. Dieses Öl spritzt nicht und lässt sich wunderbar stark erhitzen. Außerdem gibt es dem Fleisch eine besondere Geschmacksnote. Diese Methode passt auch ausgezeichnet zu Rehwild!
Die Fleischstücken aus der Marinade direk in die heiße Pfanne geben. Sehr kurz sehr scharf anbraten und sofort auf den Tellern anrichten.

Zu dem Fleisch die Salzkartöffelchen servieren. Den Babyspinat ebenfalls anrichten und mit dem marinierten Fenchel toppen. Einige Löffel Vinaigrette überträufeln. Garniert wrden kann der Salat mit frischen Granatapfelkernen oder einer Scheibe Bio-Orange.


Guten Appetit! 


Montag, 12. März 2018

Mein erstes Stück Rotwild

23.11.2017

Drückjagd im schönen Harz 


Ein kalter Novembermorgen, halb 6 im ruhigen Göttingen. Alle Einwohner schlafen noch. Alle Einwohner? In einer kleinen Studentenwohnung am Rande des Weender Wohngebietes brennt schon Licht in der Küche: Und eine verschlafene Jana macht sich grad ihren allmorgendlichen Kaffee.
So wie jeden Morgen vor der Drückjagd klingelt der Wecker sehr früh, ich quäle mich aus dem Bett und gehe im Autopilot-Modus in die Küche, um mir meinen Kaffee zu machen.
Dann wieder zurück ins Schlafzimmer, lange Ellie und Funktionsshirt von X-Jagd an.
Die Swedteam Protection Pro Sauenschutzhose und meine Alpenheat- Heizweste liegen schon auf dem Wohnzimmertisch. Ebenso wie mein Futteral, die ladenden Westen-Akkus und der Tracker G1000 für Schlumi.
Ich setze mich auf die Bank, trinke meinen Kaffee und beiße in meinen Toast. Mittlerweile bin ich wach, gehe konzentriert alles noch mal durch. Ich lasse meinen Blick über den Tisch schweifen: Munition, check. Schlagschutzweste, check. Tracker-Handy, check. Alles da. Ich starte das Handy, lade mir die Karten für die heutige Jagd im Harz runter. Die Aufregung steigt immer mehr. Zügig trinke ich den letzten Schluck meines Kaffees aus, schlüpfe in meine Swedteam Hose und ziehe die Weste drüber. Schal umgewickelt, Stiefel an und alle Hundesachen in die Plastikbox gepackt. Die Waffe über die Schulter, Hundekrambox gepackt, Schlumi an die Leine. So stapfe ich die Treppe runter, zum Jimny, der von den letzten Drückjagden noch unnormal voll gepackt ist. Allen Kram eingeladen, gehe ich mit Schlumi noch eine Runde um den Block. Es ist kühl und während ich mit Schlumi wieder zum Auto gehe, fängt es an zu nieseln. Na toll. Das kann ja heute noch ein schöner Jagdtag werden...

Mittlerweile bin ich am Sammelplatz angekommen. Es nieselt nicht mehr, dafür ist es hier eisekalt und gefroren. Ich gehe noch einmal mit meinem Hund hoch und runter, dann packe ich ihn wieder ins Auto und hole meinen Jagdschein für die Jagdscheinkontrolle. Schon während ich in der Schlange stehe und warte, erspähe ich die ersten bekannten Gesichter. Ich freue mich, dass ich nicht allein bin und unterhalte mich ein wenig mit meinen Jagdfreunden, ehe die ersten Hornsignale ertönen. Jetzt geht es bald los...

Ich sitze in meinem Jimny und fahre im Convoi hinter meinem Ansteller her. Steil schlängelt sich der geschotterte Waldweg die Harzhänge hoch, während mein Radio leise Musik von sich gibt. Ich folge aufmerksam dem Geländewagen vor mir, während immer mehr Autos links und rechts zum Parken angewiesen werden, und die Schützen und Hundeführer ihre Stände beziehen.
Dann endlich bin auch ich dran. Ich stelle mein Auto ganz rechts an der Böschung ab und steige erstmal kurz aus, um mich einweisen zu lassen. Links vom Weg geht es einen Steilhang runter. Rechts von einer jungen Fichtendickung soll ich mich halten, dann sieht man bereits die offene Kanzel. Ich bedanke mich, und packe mein Zeug zusammen. Schnell stecke ich Schlumi in seine Weste, Knarre auf die Schulter und ab. Bis zum Sitz habe ich mich bereits fünf mal laut fluchend hingemault. Eher stolpernd als gehend komme ich an meiner Kanzel an. Schlumi mache ich unten fest, dann klettere ich selbst hoch und richte mich ein. Ich lade und mache es mir gemütlich. So einen bombastischen Ausblick hatte ich vom Hochsitz wirklich absolut noch nie. Alleine dafür hat es sich schon gelohnt, hier hin zu fahren. Direkt vor mir verläuft ein schmaler Grasweg. Ich schaue ihn links runter und sehe einen Fuchs auf mich zu schnüren. Leider sind die roten Räuber nicht frei, darum lasse ich ihn passieren. Stolz wie Oskar bewundere ich meinen jungen Wachtel, der ebenfalls keinen Mucks von sich gibt, als der Fuchs auf 15m vor ihm vorbei wechselt.

Ein kurzer Blick auf die Uhr. Es ist soweit. Hundeschnallen. Ein kleines Küsschen auf die Fellnase, dann schicke ich Schumi stöbern. Er macht sofort schwanzwedelnd einen Zisch. Zufrieden schaue ich ihm nach, bis er um die Kurve des Grasweges verschwindet. Ganz unten im Tal sehe ich winzig klein eine Sau huschen. Es dauert nicht lang, da ist sie weiter oben im hang. Aber immer noch sehr weit den steilen Hang runter. Eine Bache mit zwei Frischlingen hinterher. Zu weit, kein rankommen. Ich warte weiter, ehe ich einen ersten Schuss den Hang hoch höre. Obwohl der Schütze nicht in meinem Gefährdungsbereich sitzt, hört es sich an als wäre er direkt neben mir gebrochen, so laut hallt es den Hang herunter. Ich sehe weit entfernt im Buchenrauschen einen Rehspiegel verschwinden.
Wie immer teste ich ein wenig in alle Richtungen, wie ich am Besten mit meiner Waffe in Anschlag komme. Schlumi ist mittlerweile wieder bei mir unterm Sitz und macht eine kurze Pause. Gerade schaue ich durchs Glas, als ich ein weibliches Stück Rotwild ausmache. Schwer zu sagen, was es ist... ich tippe auf Schmaltier, bin mir aber ganz und gar nicht sicher. Darum warte ich, ob noch etwas hinterher kommt. Langsam zieht es auf mich zu, ich beobachte es schon durchs Absehen, habe es perfekt im Glas. Ich kann es nicht sicher ansprechen, darum ist der Finger noch gerade.
Immer weiter kommt es den Hang hoch, als ich sehe, wie es den einen Hinterlauf schont, wie es schweißt. Ein bereits getroffener, weicher Schuss macht das Stück so langsam. Genau in dem Moment, als das Stück mich eräugt, hallt der nächste Schuss den Hang herunter. Er kommt von mir, das Kalb bricht im Knall zusammen. Ich warte wenige Sekunden lang das letzte Schlägeln ab. Dann Stille.

Es beginnt in meinem Brustkorb, dieser Adrenalinstoß nachdem ich ein Stück erlegt habe. Von da aus schießt es mir in den Kopf und in die Finger. Dann beginne ich am ganzen Körper zu zittern. So ruhig ich auch vor dem Schuss bin, so sehr schüttelt es mich danach. Ich kann die Füße nicht still halten, der ganze Hochsitz bibbert für kurze Zeit mit. Bis wieder Ruhe einkehrt.

Verdammt groß kommt es mir vor, dieses Wildkalb. Wie es da so im Steilhang liegt, kommt es mir unmöglich vor dieses riesige Tier selber aufzubrechen und zu bergen. Gott sei Dank hilft mir ein bekannter Schweißhundeführer. Es ist schon eine ziemliche Aufgabe, das Stück durch die Dornen den gesamten Steilhang runter zu ziehen. Und anschließend wieder hoch zu klettern. Mittlerweile ist es auch ziemlich warm. Garnicht mehr so kalt wie heute morgen. Die Sonne brennt runter, während ich mich den Dornenhang wieder hoch quäle. Dann haben wir es geschafft.

Da wir noch den anderen Schützen aus der Gruppe beim Bergen helfen müssen, schaffen wir es nicht pünktlich zur Bruchübergabe. Kurz kann ich mich noch mit einem Jagdkollegen unterhalten. Etwas traurig bin ich, dass ich keinen Bruch für mein erstes Stück Rotwild bekommen habe. Er versucht mich aufzumuntern: „Manche Leute haben einen Bruch am Hut, andere haben Schweiß an den Händen und eine Geschichte zu erzählen.“ Er zwinkert mir zu, und wir gehen lachend zum Auto, um uns auf den Heimweg zu machen. Was für ein unglaublicher Jagdtag.





Donnerstag, 8. März 2018

Update März 2018

Raubwildwochenende Januar 2018
Hallo ihr Lieben!

Jetzt ist es hier wieder einige Zeit etwas stiller gewesen. Das lag daran, dass ich wieder sehr viel spannendes erlebt habe.
Zwar habe ich immer versucht, euch auf Instagram auf dem Laufenden zu halten, aber für


ausführliche Blogberichte habe ich einfach keine Zeit gefunden...
Von einer außerordentlich spannenden Drückjagdsaison bin ich in eine ebenso spannende Raubwildsaison gestolpert. Dies ist nun alles durch und bei gemütlichen Ansitzen im heimischen Feldrevier bei Freunden schaue ich auf unzählige spannende Erlebnisse und ordentlich Beute zurück.

Schlumi und Carlo
Seit Herbst durfte ich 3 Sauen, 2 Stück Rehwild sowie mein erstes Stück Rotwild erlegen.
Bis jetzt habe ich Euch noch nicht viel darüber berichtet, ich verspreche aber, das in der nahen Zukunft alles schnellstmöglich nachzuholen :)

Um Euch einen Überblich zu geben, habe ich mir feste Termine gesetzt, sodass mir auch keine Geschichte durchrutscht und ihr nichts verpasst. Ich versuche, alles in chronologischer Reihenfolge zu erzählen, also seid gespannt.
Wir starten Montag mit der Geschichte um die Erlegung meines ersten Stückes Rotwild...

Wann welche Geschichte online geht, könnt ihr unten dem Kalender entnehmen!
Drückjagdwochenende "im Callenberger Forst"
Außerdem werde ich das ganze natürlich auch auf meiner Facebook-Seite und in meiner Insta-Story erwähnen, sodass ihr eigentlich nichts verpassen könnt!
Für ganz aktuelle Bilder und kurze Updates folgt mir einfach auf Instagram, da versorge ich Euch fast täglich mit "neuem Material".

Liebe Grüße und Waidmannsheil,

Eure Jana














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Jeden Montag und Donnerstag ein neues Jagderlebnis! 

Termine März 2018

Mo, 12.03. Mein erstes Stück Rotwild
                   Drückjagd

Do, 15.03. Ein Böckchen im Thüringer Forst
                   Drückjagd

Mo, 19.03. Stöberjagd im ehemaligen Praktikumsrevier 
                    Drückjagd 

Do, 22.03. Drückjagdwochenende beim Wachtelhundezwinger "vom Callenberger Forst"
                   Drückjagd 

Mo, 26.03. Sauenpirsch bei guten Freunden
                    Pirsch

Do, 29.03. Drückjagd im Damwildrevier
                    Drückjagd 

Mo, 02.04. Raubwildwochenende: Mein erstes Mal Baujagd 
                    Baujagd/ Ansitz

Do, 05.04. Was gibt's neues im heimischen Feldrevier an der Weser? 
                    Ansitz/ Neues aus dem Revier 




Dienstag, 28. November 2017

*Teil 2 - Meine erste Sau*

Das Leben eines Hundeführers - Meine Anfänge

Samstag, 18.11.2017

Erleichtert, dass mein Hund wohlbehalten im Auto liegt und schläft und glücklich, dass ich tatsächlich Waidmannsheil gehabt hatte, trank ich meine Cola, half ein wenig die angelieferten Stücke auf die Strecke zu legen und wartete, dass meine Freunde am Streckenplatz eintrudelten.
Aufgeregt erzählten wir uns, was wir erlebt und wie unsere Hunde gejagd hatten und aßen einen Teller Gulaschsuppe.
Mit einem Ohr bekam ich mit, wie die Nachsuchen koordiniert wurden... "...Sau beschossen..." "...muss einer Kontrollsuche machen..." "...Reh abgesprungen..." "...bei mir kam eine schon laufkranke Sau vorbei..." Wie das halt so ist. Hä? Moment mal... hatte er gesagt, bei ihm kam eine schon laufkranke Sau vorbei? Vorsichtig erkundigte ich mich, wo der Schütze denn gesessen hätte, das von mir erlegte Stück hatte ja immerhin bereits einen Keulenschuss gehabt. Vielleicht ist es ja das selbe Stück. Er erklärte mir, wo er gesessen hatte und dass er die kranke Sau mangels Kugelfang nicht hatte beschießen können. Ein guter Freund, ebenfalls Wachtelführer, hörte aufmerksam mit zu. Schnell konnten wir nahezu ausschließen, dass es sich bei meinem Schwein um das von dem Schützen gesichtete kranke Stück handelte, die Entfernung war einfach zu groß, als dass das naheliegend gewesen wäre. Blieb also dieses laufkranke Schwein, welches noch nachgesucht werden musste.
Die Frau des mit mir befreundeten Hundeführers führt ebenfalls einen, auf Schweiß ausgebildeten, Wachtel. Der Plan war, mit dem einmal schauen zu gehen. "Jana, möchtest du Schlumi hinterher führen? Mit großer Wahrscheinlichkeit kommt es zur Hatz, und da können wir jeden Hund gebrauchen!" Na klar! Da kann mein Doggo ja nur was erleben und lernen.

Schlumi hat das erstmal garnicht so gesehen. "Hey, Alte! Ich hab meinen Mantel schon an und geschlafen, ich hab jetzt FEI-ER-A-BEND!" Leider musste ich ihn enttäuschen, und so wurde er schnell wieder in seine Schlagschutzweste gesteckt und ab ging es zu dem Stand des Schützen.

Mit drei Hunden ließen wir uns einweisen, wo die laufkranke Sau gesehen wurde. Schnell kamen wir an den ersten Schweiß auf der Verwundfährte, unmittelbar an einem dicken Brombeerfeld. Uns schwante schon, dass das kranke Schwein mit Sicherheit nicht weit sein konnte...

Die schweißpassionierte Wachtelhündin suchte vorran, und wir mit unseren zwei Rüden hinterher. Aufgeregt, aber arbeitswillig, verwies auch mein unger Hund mir die Schweißtropfen auf der Fährte in den Brombeerranken, als der Troubel plötzlich losging. Hundegeläut, Rascheln, Chaos, "Schnallen"... Mit einem energischen "Huuui pack sie dir" striff ich meinem Hund sein Halsband ab und schickte ihn vorran, nur um unmittelbar selbst hinterher zu sprinten. Adrenalin schoss durch  meine Adern, die Anstrengung und die Kratzer der Brombeeren nahm ich kaum wahr. Immer energischer wurde das Hundegeläut der drei Wachteln. Kampftruppe. Voller Einsatz.
VOLLBREMSUNG! Durchs Gebüsch hinter den Hunden hersprintend, standen wir plötzlich vor einer knapp 10m hohen abbruchkante. Klarer Blick auf die Sau, die sich unten den Hunden gestellt hatte. an einen Fangschuss nicht zu denken. Wo ist mein Hund?! Ach da! Alles klar! RUNTER DA!!
20m neben uns ging es nur unwesentlich flacher den Abhang runter, auf dem Hintern rutschend kamen wir unten an. Näher an den lebendigen Überläuferkeiler. Die Hunde, neuen Mut, die Menschen kommen, RAN DA! Der Führer des Rüden war als erstes am Stück, schnell hatte er sein Messer zur Hand und fing das Keilerchen ab. Einige wenige Sekunden, eine gefühlte Ewigkeit, hat sich der Überläufer gewehrt. Ein letztes Klagen, dann war es vorbei.

Freudig kam mein Hund zu mir, wieder ran an die Sau, wieder zu mir."Feiner Junge, hast du gut gemacht!" Ich kniete halb, saß halb, meinen Hund auf dem Schoß und atmete tief durch.
ALTER VERWALTER! Irgendwie hatte ich noch nicht so ganz verinnerlicht, dass das grad alles wirklich passiert war und mein Körper brauchte einige Atemzüge, um den Adrenalinpegel in meinem Blut wieder runter zu fahren. Einen Vorderlaufschuss sowie einen Keulenschuss hatte das Schwein. Lange musste es nicht damit leiden.

So aufregend und durcheinander die Situation für mich auch war, die Hunde haben sauber gearbeitet, das Stück schnell gestellt und es wurde schnell erlöst. Maximal 15 Minuten, seit die Wachtelhündin den ersten Tropfen Schweiß auf der Verwundfährte verwiesen hatte. Eine tolle Leistung der drei Wachteln. Ein aufregendes Erlebnis für mich. Ein Erlebnis, welches mich und meinen Hund zusammenschweißt.

Als wir wieder am Streckenplatz ankamen, war die Strecke bereits verblasen, die Brüche bereits verteilt. Ich habe keinen Bruch für meine erste Sau bekommen. Aber ich habe dazu beigetragen, dass zwei kranke Stücke nicht unnötig länger leiden mussten. Mein Hund hatte toll gejagd während des Treibens. Und wir haben einen Tag erlebt, der uns noch einmal deutlich enger zusammengeschweißt hat. Wenn Frauchen das kranke Schwein fangen will, dann will ich das auch. Und zusammen können wir alles schaffen.

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ZUSATZ:

Jeder, der nun darüber meckern möchte, wie "marzialisch" diese Geschichte ist: Ja, vielleicht ist das so. Ich kann nicht so richtig beschreiben, wie ich mich gefühlt habe, als ich die Sau habe leiden und sterben sehen. Erleichterung, Aufregung, definitiv auch Mitleid und Schmerz. Das Leid und die Angst des Tieres ist in so einem Moment nicht zu übersehen. Und so nah dabei zu sein, das hat mich stark berührt. Die nächste Nacht habe ich von diesem Erlebnis geträumt, das hat mich stark beeindruckt. Ich weiß, dass ich sowas "ab kann". Das heißt aber nicht, dass mich das kalt lässt.

Und gerade, weil wir mit dem Stück fühlen, müssen wir solche Nachsuchen machen, so "marzialisch" das vielleicht auch erstmal erscheinen mag. Der arme Keiler hatte sowohl einen Hinterlauf als auch einen Vorderlauf krank. Auch diese Schmerzen, sich damit durch die Brombeeren zu kämpfen, hängen zu bleiben, unvorstellbar.

Ich bin froh, dass wir passionierte Leute haben, die sich vollzeit um Hunde kümmern, die wieder "grade bügeln", was uns Schützen an Fehlern passiert. Ohne Hunde, die an solchen Stücken ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren, könnten wir gar nicht gescheit jagen; könnten wir nicht ehrlich zu uns selbst sagen, dass wir versuchen, das Tierleid so gering zu halten, wie nur irgendwie möglich.

In dem Zusammenhang appelliere ich auch noch einmal an alle Schützen: Seid ehrlich, kooperativ und habt Respekt vor den Schweißhunden und den Schweißhundeführern, die den Mist, den Ihr verbockt habt, wieder ausbügeln. (und ja, das kann immer mal passieren, darum geht's garnicht!)











Montag, 20. November 2017

Meine erste Sau

Samstag, den 18.11.2017

 Seit Oktober läuft die Drückjagdsaison für klein Schlumi und mich und gemeinsam konnten wir schon einiges Erleben. Leider hatte ich jedoch immer etwas Pech, und so haben wir zwar viel Anblick gehabt, aber immer keinen Kugelfang, zu schnell, zu weit, und generell habe ich halt einfach nichts erwischt. 
Dazu kam, dass Schlumi erst etwas Probleme hatte, sich vom Stand zu lösen und noch nicht so ganz gecheckt hatte, dass er auch einfach mal suchen gehen könnte. 

Nach einigen etwas enttäuschenden Drückjagderlebnissen stand dann letzten Samstag eine kleine, familiäre Drückjagd zusammen mit guten Freunden an. 
Ich war das erste mal mit auf dieser Jagd, und schaute morgens bei der Begrüßung bereits in einige bekannte Gesichter.
Schnell ging es ab in den Busch in Richtung Stand. Kurz eingewiesen, machte ich noch den Hund fertig, checkte das Tracker und machte mich dann mit Schlumi und Krempel auf dem Weg zu meinem Stand. 
"Ein ausgezeichneter Rehwildstand" wurde mir angepriesen. In einem mittelalten Buchenbestand, unmittelbar neben einer Buchenverjüngung, befand sich ein Erdstand. Vier Metallstäbe an den Ecken hielten ein Tarnnetz. Kein Sitzbrett. Keine Gewehrauflage. Na toll. 
Ich stellte mich also geistig auf freihändige Rehe ein... und darauf, dann wohl keine Beute zu machen. Sorry, ich bin zwar keine schlechte Schützin, aber freihändige Rehe lasse ich oft auch durchlaufen: Das ist mir lieber als eine Nachsuche, nur weil ich meine Schießfertigkeiten überschätze. 
Seufzend machte ich Schlumi an einem Baum fest, lud meinen 98er und schaute mir das Gelände ein wenig auf dem Tracker an: Direkt in einem Hang stand ich, unterhalb von mir ein Weg, hinter welchem ein kleines Tal mit meinem Nachbarschützen lag. Oberhalb von mir Hang mit Kugelfang. Eigentlich top... 

9.45 Uhr und das erste Hundegeläut schallte durch den Wald. Kurzerhand beschloss ich, Schlumi einfach von Anfang an wieder direkt mit loszumachen, vielleicht geht ja gleich was. 
Ein flüchtiges Küsschen auf die pelzige Stirn, schickte ich meinen Schlum in die Buchendickung. 
Einige Minuten später sah ich in den Ausläufern der Verjüngung auf dem Kamm des Hügels die Sauen durchzischen. Adrenalin schoss durch meine Adern. Wo ist mein Hund? 
Sekunden später kam Schlumi zum Stand zurück, nur um sich gleich wieder auf zu machen. Das war das letzte mal, dass ich Schlumi während des Treibens wiedergesehen hab. Er hat ne riesen Party geschmissen, sich mit den Nachbarhunden angefreundet, ist wahnsinnig weit jagen gegangen und wurde später wie ein Profitaxifahrer von einem anderen Schützen mit zum Streckenplatz genommen :D 

Währenddessen schaute ich abwechselnd aufs Tracker Handy und in den Wald. Es knackte. Schnell ging ich in Anschlag.... nur um festzustellen, dass ein Fuchs durch den Bestand huschte und in der Verjüngung verschwand. Füchse waren nicht frei, also kurz durchatmen: Fehlalarm.

Lange Zeit passierte dann garnichts. Außer dass mir kalt war und ich fror. Kein Rascheln, kein Hundegeläut, kein nix. 
Bis es plötzlich in der Dickung neben mir knackste. Ich griff zum Gewehr, nur um in der gleichen Sekunde zu sehen, wie das Buchenrauschen auf 15m eine Überläuferbache ausspuckte. Vollbremsung, unsere Blicke trafen sich. Pustend schnaubte die Sau mich an. 
Die linke Keule schien mir angeschweißt zu sein. "OUUUUHHH scheiße! Jetzt nur nicht bewegen! Sonst ist sie wieder weg!" Langsam drehte die Sau ab und zog ein Stück von mir weg in den Hang. Was jetzt?! Mit der linken Hand umfasste ich den Metallstab des Tarnschirms, legte mein Gewehr auf meiner Hand auf und ging in Anschlag. Entsicherte wie von selbst. Vergrößerung stand bereits auf 3fach, Rotpunkt an. Perfekt hatte ich die Sau im Glas, als sie sich breit stellte.... Jetzt oder nie. 
Laut knallte es durch den Wald, als die Sau sofort runter ging. Durchrepetiert, drauf geblieben. Eine Ewigkeit schlegelte die Sau. Saß der Schuss gut? Oder doch weich? Warten? Nein, wenn die noch mal hoch macht ist sie doppelt angeflickt weg. Das geht nicht. Der zweite Schuss hallte ebenfalls laut den Hang herunter. Regungslos lag die Sau nach meinem Fangschuss im Hang. 

Das typische Zittern setzte ein. HOLY MOLY, ICH HATTE MEINE ERSTE SAU GESCHOSSEN!!!!

Ein vorbeikommender Treiber bestätigte: Ein bereits vorhandener Keulenschuss, ein Treffer in der 10 und ein etwas hoher Schuss waren auf dem Schwein. Also war auch der erste Schuss gut. Naja. Immerhin hatte der Fangschuss nicht für Wildbretentwertung gesorgt. 

Als das Zittern langsam aufhörte, kam noch ein Bock bei mir vorbei, jedoch leider hangabwärts und somit ohne gescheiten Kugelfang. Naja. Nicht so schlimm. Ich war immer noch so happy über die Sau, das passte schon :) 
Schnell schaute ich auf dem Tracker. Schlumi hatte sich etwas verjagd und saß nun an einem Waldweg. 

12.00 Uhr. Hahn in Ruh. Ich packte meine Sachen ein und zog die Sau zum nächsten Weg. Nachdem ich meine Sachen ins Auto gebracht hatte, machte ich Meldung bei meinem Ansteller, telefonierte wegen meinem Hund und anschließend wurde meine Sau aufgebrochen. 
Als alles erledigt war, ging es zum Streckenplatz, wo mein Hund schon grinsend auf mich wartete. Gott sei dank, es ging ihm super! Weste aus, Mantel an, ab ins Auto kringelte Schlumi sich in seiner Box ein, während ich mir eine Cola holen ging. 

Was für ein Treiben! Ich hätte kaum glücklicher sein können!! 
Zumindest dachte ich das in diesem Moment. Da wusste ich ja auch noch nicht, was der Tag noch für Schlumi und mich bereit hielt.... 







Samstag, 11. November 2017

Mamas erste Drückjagd

Nachdem wir vorgestern abends im Feld auf Sauen gesessen haben und gestern zusammen durchgegangen sind, hat mich meine Mama heute zu ihrer ersten Drückjagd auf dem Stand begleitet. Wir haben sehr viel gesehen, unter anderem konnte sie sowohl ihr erstes Stück Rot- als auch Muffelwild live und einige Hunde an einer Sau arbeiten sehen ☺ Leider konnten wir keines der  gesehenen Stücke beschießen; das wäre natürlich noch die Krönung des Tages gewesen, aber so ist es nunmal manchmal! Nichts desto trotz hatten wir einen sehr sehr schönen Jagdtag mit viel Anblick und Freude! #familygoals
Komm bald wieder zum Jagen, Mama! Nächstes mal bekommen wir ne Sau♡


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Guinness' erste Drückjagd

Diese Woche konnte ich nicht nur das erste mal meine neue Swedteam Protection Sauenschutzhose "eintragen", sondern mein Schlumi ist auch seine erste Drückjagd mitgelaufen. Klar kann man auf der ersten Jagd nicht erwarten, dass er sofort Kilometer macht. Aber er hat sich in schwierigem Gelände echt gut geschlagen und war immer mal wieder ein paar Minuten außer Sichtweite stöbern.

Seit Dienstag gibt es (noch bis Samstag) jeden Tag ein neues Bild von seiner ersten Jagd auf meinem Instagram Profil. Also schaut doch auch dort mal vorbei, wenn ihr Lust habt ☺

Eure Jana


Instagram @janasjagdblog