Dienstag, 23. Juli 2019

Der schlechteste Jagdpodcast Deutschlands

Guten Morgen ihr Lieben!
Morgen ist es soweit, und unser neues, riesiges Projekt "Der schlechteste Jagdpodcast Deutschlands" geht mit der ersten Folge an den Start.

Lange haben wir uns überlegt, wie wir das Projekt aufziehen können.
Wir möchten uns nicht immer so ernst nehmen. Man muss auch mal über sich selber lachen können. Ja, auch wenn (oder vielleicht auch ganz besonders dann) die Jagd sehr viel Verantwortung und oft ein gehöriges Maß an Respekt erfordert.

So zu tun, als würden wir die Rehe nur streicheln, das hilft niemandem. Weder macht es die Jagd transparenter, noch macht es sie ehrlicher. Was die Jagd aber ehrlich und transparent macht ist, darüber zu reden. Und zwar einfach ehrlich!

Sei es die Hundearbeit oder der Ansitz. Wir säuseln Euch nicht nur einen von den schönen Dingen vor. Ohne Blatt vor dem Mund möchten wir die Jagd und alles was dazu gehört entzaubern und den merkwürdigen Filter entfernen, durch den die Welt des Internets die Jagd oft darstellt.
Einfach so. #nofilter #nomakeup.  Denn in Wahrheit ist das Jagen mit all seinen Facetten und schönen Momenten doch schon selbst Zauber genug, oder etwa nicht?

Das Ganze natürlich mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und Satire!

Hört auf jeden Fall gerne mal rein. Wir haben einen Haufen Herzblut reingesteckt!


Erste Folge #katzengehenimmer 
Mittwoch, den 24.07.2019 
Soundcloud // Spotify 

Und natürlich hier! :) 







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Freitag, 7. Juni 2019

Kitzrettung geht uns alle an!

Es ist Mai, Brut- und Setzzeit. Und Zeit der Wiesenmahd.
Leider fallen jedes Jahr immer wieder Wildtiere den modernen Mähwerken zum Opfer.

Junge Kitze laufen nicht mit ihrer Mutter mit. Die Ricken legen die Kleinen in eine Wiese und dort verharrt es dann still. Bei Gefahr bewegt es sich nicht, erregt keine Aufmerksamkeit. Eine tolle Taktik gegen Beutegreifer. Leider trägt eben dieses Verhalten dazu bei, dass die putzigen kleinen Kitze in die Mähwerke geraten, denn sie flüchten ja nicht!

Darum ist es absolut wichtig, die Wiesen vor der Mahd abzusuchen.
Hierzu ist der LANDWIRT verpflichtet.
Jeder vernünftige und verantwortungsvolle Revierjäger ist jedoch selbstverständlich dazu bereit, das Absuchen der Wiesen zu übernehmen oder wenigstens zu unterstützen.

Dabei können mittlerweile sogar Drohnenpiloten helfen:
Ferngesteuerte Drohnen mit Wärmebildkamera können zuverlässig die versteckten kleinen Wildtiere auch im hohen Gras aufspüren und Leben retten.

Ich als Jägerin, Tierfreundin und Hundeführerin suche natürlich auch regelmäßig mit meinen Hunden die Wiesen ab.
Das sollten meiner Meinung nach alle Jäger von sich behaupten können, die auch genug Freizeit haben, zu eben dieser Zeit auf den begehrten Maibock anzusitzen.
Die Liebe zum Wild sollte meiner Meinung nach nicht an der eigenen Reviergrenze enden.

Bitte nicht so: Sondern mit Handschuhen! 
Darum bin ich registrierter Kitzrettung-Helfer auf
www.kitzretung-hilfe.de

Dort können sich alle engagierten Landwirte, Jäger, Hundeführer und Drohnenpiloten registrieren. Ebenso aber auch alle anderen Tier- und Naturfreunde, die gerne dazu beitragen möchten, Leben zu retten und Kitze vor dem Mähtod zu bewahren.



Denn die Liebe zum Wild sollte nicht an der eigenen Reviergrenze enden!



Freitag, 7. September 2018

Hatchbag Kofferraumschutz

"Chaos im Jimny" by Jagdhundefotografie Julia Kauer 







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Probleme aus dem Leben eines Hundeführers:
3 Hunde. Ein Suzuki Jimny. Schmutz im Kofferraum, Hundeboxen und überall fliegen Apportel und Leinen rum. Alles kein Problem. Die Hunde sind glücklich, wir sind glücklich. Wenig Platz aber völlig ausreichend.

3 Hunde. Ein Kia Sportage. Schmutz im Fußraum, eine Leine liegt ebenfalls im Fußraum, damit es ja keine Flecken auf den Sitzen gibt. Eine Hundebox ist im Kofferraum. Dort passt nur einer von den drei Hunden rein, aber so kommt wenigstens kein Sabber an die Seitenwände. Eine zweite Hundebox steht zeitweise auf dem Rücksitz. Aber nur manchmal. Wenn es unbedingt sein muss, weil wir wegfahren. Sonst macht die Klapptür der Hundebox nämlich Kratzer in die Verkleidung der Tür.

Zustand 1 ist perfekt für uns. Jeden Tag fahren wir mit dem Jimny mit den Hunden ins Feld. Egal ob
es regnet oder die Hunde Kletten im Fell haben. Mein Jimny ist ein Jagdauto und Staub und Hundeleinen gehören da einfach zum Inventar. Nur für Langstrecken ist der kleine Geländewagen einfach zu klein. Lange Strecken wären wir gerne mit dem geräumigen Kia gefahren. Aber geht nicht, weil wohin mit den Hunden? Ein ganzes Wochenende Jagen bei Freunden – Ein riesen Aufwand.

Es musste etwas geschehen. Eine einfache Kofferraum-Schutzmatte reichte leider nicht aus.
Die Seitenwände werden sonst vollgesabbert.
Pfotenabdrücke an der Innenseite der Kofferraumklappe.
Die Rücksitzrückseiten voller Schlamm.
Eine Hundebox für zwei Hunde passt nicht wirklich rein, die wäre zu klein für die zwei Großen.

Wir brauchten also einen Kofferraumschutz, welcher uns maximalen Stauraum bietet.
Am besten optimal angepasst an das Fahrzeugmodell, denn jeder Zentimeter verschenkter Platz ist einer zu viel. Außerdem brauchten wir so zu sagen einen absoluten Rund-um-Schutz.
Rückseite der Sitze, Seitenwände, Kofferraumboden. Am besten auch die Innenseite der Kofferraumklappe.
Dann ein kuscheliges Hundebett rein und wir hätten die optimale Lösung geschaffen.

Gefunden haben wir die perfekte Lösung tatsächlich in England. Oder besser gesagt bei einem englischen Hersteller für Kofferraumschutz Zubehör.
Auf der Internetseite der Hatchbag Company kann man ganz einfach sein Fahrzeugmodell auswählen und sich einen maßangefertigten Kofferraumschutz konfigurieren.
Das geht ganz einfach über wenige Klicks.

Dabei kann man zwischen Standardmodellen wählen, eine Stoßstangen-Schutzmatte oder die Klappen-Innenverkleidung dazu wählen oder die Farbe der Hundematte aussuchen. Einfach und individuell personalisierbar.

Wir haben uns riesig über ein Paket gefreut, in welchem sich neben einem schwarzen Hatchbag auch eine passende Stoßstangen-Schutzmatte, eine Klappen-Innenverkleidung und ein eingepasstes Hundebett befand.

Während Schlumi und Carlo das flauschige Hundebett probegelegen haben, haben wir uns an dem Einbau des Hatchbags versucht. Erst hatten wir ein bisschen Sorge dass wir was falsch kleben, der Kleber sich nicht mehr ablösen lässt oder das ganze generell sehr kompliziert ist.

Ist es aber nicht!
Ganz im Gegenteil. Im ersten Schritt wird der Kofferraum von Schmutz, Fett- und Silikonrückständen gereinigt.
Am nächsten Tag folgt der zweite Schritt. In einer detaillierten Bildanleitung steht genau beschrieben, welche der mitgelieferten selbstklebenden Klettbänder wo befestigt werden müssen. Besonders überrascht hat uns, wie gut die Klebekletts halten und dass sie sich rückstandsfrei wieder entfernen lassen.
Ist alles eingeklebt, wartet man wieder einen Tag ab. Dann ist der Kleber fertig getrocknet und das Hatchbag kann benutzt werden. Sowohl das Anbringen der Kofferraumschutzmatte, auch an den Seiten, als auch das Anbringen der Klappen-Innenverkleidungen waren zu zweit Kinderleicht und recht schnell erledigt. Die Stoßstangenschutzmatte wird einfach an das Hatchbag angeklettet und bei Bedarf aus- oder eben eingeklappt.

Das Hundebett passt ebenfalls auf den Zentimeter genau in den Kofferraum. Es ist flauschig und weich und die Dogs liegen gern und zufrieden darauf. Die
Unterseite ist rutschfest und feuchtigkeitsabweisend gummiert. Das Material saugt sich nicht voll und ist maschinenwaschbar.
Die Hundedecke eignet sich daher nicht nur ideal für die Autofahrt, sondern auch um während der Pause eine Runde in der Sonne zu liegen :)
Nach einiger Zeit im Test ist das schöne, neue Hatchbag natürlich auch irgendwann staubig und schlammig. Niedliche Pfotenabdrücke sind, Gott sei dank, als Schlammspuren auf der Stoßstangenschutzmatte und nicht als Kratzer im Lack zurückgeblieben.
Damit der Kofferraumschutz wieder wie neu aussieht, reicht eine Schale mit lauwarmem Wasser, ein Spritzer Spüli und ein Schwamm.
Das gesamte Hatchbag kann an den Kletts aus dem Kofferraum rausgenommen werden und ausgeschüttelt werden. Anschließend wird alles mit dem feuchten Schwamm von Sabberflecken und Schlammspritzern befreit. Mit einem trockenen Handtuch drübergeputzt ist der Kofferraumschutz innerhalb von wenigen Minuten wieder sauber.
Die Hundematte wird bei uns einfach auf 30° in die Waschmaschine gesteckt. Danach in der Sonne zum Trocknen hinlegen und auch der Liegeplatz ist wieder sauber.

Das ganze Rudel ist sehr begeistert von dieser geschickten Lösung!

Falls ihr Euch auch mal die verschiedenen Möglichkeiten anschauen wollt, die die Hatchbag Company so bietet, klickt einfach mal bei www.hatchbag.de rein!


Donnerstag, 19. Juli 2018

Test X-View Wildkamera

Zwischenbericht: 

Test zur Wildkamera X-View 

mit Sendefunktion 


Halli hallo ihr Lieben!
Vor nun gut zwei Monaten habe ich ein Paket per Post bekommen, in welchem sich ein ziemlich nützlicher Revierhelfer befand. Die Rede ist von der Wildkamera X-View 5.0.
In Kombination mit dem angebotenen Picture Transfer Service durften wir sie einen Monat für meinen Blog testen.

Wer das Unboxing dazu sehen mag, der kann sich das gern in meinen InstaStories @janasjagdblog auf Instagram anschauen 

Die Kamera hat bereits beim Unboxing einen sehr guten ersten Eindruck gemacht. Robust und solide, nicht klapprig oder sonstwas. Von der Verarbeitung her kann die Kamera ohne Probleme mit ihren höherpreisigen Konkurrenzmodellen mithalten. Auch Kleinteile wie die Clipverschlüsse oder die anschraubbare Antenne machen einen sehr soliden Eindruck und ich habe, trotz meiner bekannten Tollpatschigkeit, zu keiner Zeit irgendwie Angst gehabt ich würde die Kamera vielleicht kaputt machen 🙈😂

Sehr skeptisch war ich erst was den zugehören Picture Transfer angeht. Ich bin nicht besonders fit darin, irgendwelche IT Geräte einzurichten und habe häufiger mal technische Schwierigkeiten... egal ob mit dem Handy, meinem Instagram Account oder meinem eMail Postfach. Ständig stürzt irgendwas ab, lässt sich nicht laden oder ich muss irgendwas neu installieren.

Das einzige, was bis jetzt über einen Monat absolut problemfrei bei mir läuft ist die Wildkamera App.

Klingt lustig, ist aber so.
Die Kamera sendet jedes Bild einfach und bequem auf eine App auf mein Handy. Diese App heißt Telegram und ist im Layout und in der Handhabung vergleichbar mit dem allseits bekannten WhatsApp.
Man kann sich jedes Bild auch, wie bereits gewohnt, in einer einzelnen Mail von der X-View Wildkamera zusenden lassen. Auch das funktioniert absolut problemfrei, das haben wir auf zwei verschiedenen Handys nebeneinander getestet. Die Bilder lassen sich dann auch super auf dem PC öffnen.
Die App und der Picture Transfer haben mich jedoch wirklich überzeugt. Absolut übersichtlich und schnell durchzublättern werden alle Bilder im "Chatverlauf" untereinander angezeigt. Ist die Kamera doch mal nur von einem wackelnden Ast (oder von plötzlich auf der Wiese stehenden Rindern - ja, das ist uns tatsächlich passiert! 😃) ausgelöst worden, lassen die Bilder sich einfach löschen, und zwar in Sekunden.

Nun zur Installation: Bei der Kamera lag eine Anleitung bei, welche man einfach befolgen konnte. Es waren nur wenige Schritte nötig, bis wir die ersten Bilder mit der Kamera empfangen haben. Bei technischen Fragen oder kleinen Problemen wurde uns direkt und schnell geholfen, sodass wir direkt an Tag zwei eine voll funktionstüchtige Wildkamera im Revier aufhängen konnten.

Was die verwendete SIM Karte angeht, haben wir ebenfalls ein Experiment gewagt. Empfohlen werden laut Hersteller SIM Karten von Congstar. Der Tarif ist sehr gut und das Datenvolumen reicht locker aus. Jedoch habe ich nun schon häufiger in verschiedenen Foren gehört, dass manche Wildkameras mit anderen günstigen Prepaid SIM Karten nicht funktioniert haben. Daher haben wir uns kurzerhand eine LidlConnect Karte geholt und es mal damit probiert, zu Versuchszwecken.
Auch das funktioniert absolut problemfrei!!
Zudem haben wir einen Verteileraccount erstellt. Man konnte so die Bilder direkt auf mein Handy und auf das Handy meines Freundes senden lassen. Eine prima Funktion: So können mehrere Leute gleichzeitig auf die Bilder zugreifen.


Wir hatten die Kamera nun einige Zeit im Revier hängen und konnten schon ein paar schöne Fotos aufnehmen. Die Bildqualität ist sowohl am Tag als auch nachts wirklich gut. Einige Bilder habe ich schon auf meinem Instagram-Profil für Euch hochgeladen.

Nach Beendigung der Testphase waren wir so überzeugt von der Kamera, dass wir uns entschlossen haben, das Testmodell dauerhaft zu übernehmen. Ihr könnt nun also regelmäßig Bilder der Kamera auf meinem Instagram Profil sowie hier auf meinem Blog anschauen.
Ebenfalls gibt es einen Gutscheincode für Euch, mit welchem ihr 10% Sofortrabatt auf eine Wildkamera erhaltet. 

Wir werden die Kamera nun noch längerfristig weiter testen und Euch dann berichten.
Viel Spaß mit Eurer Wildkamera von X-View! ☺

Einen kleinen Erlebnisbericht findet ihr etwas weiter unten im Blogpost ➷➷





 Erlebnisbericht: Einmal zu oft geblitzt 

Einige Tage hing die X-View Wildkamera nun schon bei uns im Revier und wir hatten bereits viel Raubwild auf den Bildern gehabt. Der schmale Grasweg auf welchem wir die Füchse und Dachse öfters abgelichtet hatten, lag zwischen zwei Weizenfeldern.
Als nun die ersten Weizenfelder geerntet wurden beschloss mein Freund, sich einen Abend an die Stoppeln zu setzen. Den Drilling aufs Fünfbein aufgelegt setzte er sich an die Stoppelkante und genoss den schönen Sommerabend.

Ich saß auf einer Leiter in einem Weizenfeld, welches erst einen Tag später geerntet werden sollte.
Eine Ricke zog hinter mir durch die Ähren, während ich auf Sauen hoffte.
Lange Zeit konnte ich die Ricke beobachten, als plötzlich ein Schrotschuss durch die Dämmerung brach.

Wenige Minuten später brummte mein Telefon. Der Schrotschuss galt dem jungen Fuchs, welcher sich die letzten Tage bereits auf der Wildkamera gezeigt hatte. Er war wenige Meter neben meinem Freund aus der Wegesböschung gezogen und schnürte langsam über die Stoppeln, wo er sauber mit dem Drilling erlegt werden konnte.

Ein wirklich schöner Abendansitz! Waidmannsheil!









Hundeshooting mit Julia Kauer

Schon im Frühling habe ich mich mit der lieben Julia Kauer für ein Fotoshooting mit Carlo und Schlumi verabredet.
Leider hatte ich nicht so wirklich eine Ahnung, was für Fotos ich denn gerne von den beiden hätte. Kurzerhand habe ich einfach alles mögliche an Schleppwild aufgetaut, ein Sammelsurium von Leinen und Halsbändern eingepackt und wir sind los.
Gott sei Dank hatte Julia sehr gute Ideen und vor allem sehr sehr viel Geduld mit uns!
Nicht alles hat auf Anhieb geklappt und hier und da gab es unsererseits ein paar kleinere Patzer :)

Dank Julia haben wir jedoch wirklich wunderschöne Fotos von den zwei Rabauken bekommen!!
Eine kleine Auswahl möchte ich Euch hier zeigen.
Mehr Fotos findet ihr auf meinem Instagramprofil @janasjagdblog.

Das neue Titelbild meines Blogs hat auch Julia gemacht... ich kann ich an den schönen Bildern ganicht satt sehen! <3

Wer sich auch für einzigartige Aufnahmen seines treuen, vierbeinigen Jagdgefährten interessiert, der sollte auf jeden Fall mal auf ihrer Seite www.jagdhundefotografie.com vorbei schauen! :)





Dienstag, 20. März 2018

Stöberjagd im ehemaligen Praktikumsrevier

Januar 2018 
Oder auch: 

Warum ich die Stöberjagden der 'Wachtelmafia' so liebe 



Es ist einfach wie nach hause kommen. Du kennst das Revier. Du kennst die Leute. Du bist mit dem Revierleiter befreundet. Du bist mit der Tierärztin befreundet; ach ja, ist ja auch die Frau vom Revierleiter! Die Karten für den Tracker hast du schon letztes Jahr runtergeladen. Du hast so gut wie alle anderen Hunde mit auf der Hundeortung. Sind ja nur knapp 15! Es ist einfach ein Jagdtag mit Freunden. Einfach wie nach hause kommen: Heimlich wünscht du dir schon einen Stand.Und die Chancen für uns heute stehen gut. 
Die eingeschworene Hundetruppe macht heute richtig Action im Busch. Ich bin schon ganz aufgereg! 

Mit meinem Kumpel im Auto fahre ich den huckeligen Schotterweg entlang. Heute brauche ich kein Navi; heute finde ich den Weg auch so. Würde ich auch im Dunkeln. Mit verbundenen Augen. Und sowieso. Ich freue mich einfach! 
In letzter Zeit ist privat viel Blödes passiert, umso besser tun mir solche Tage. Einfach jagen, mit meinem Hund und Freunden. Wie immer läuft das Radio, das brauche ich morgens. Ich nippe an meinem Thermo-Kaffebecher. 

They can call me whatever they want, call me crazy. 
You can call me whatever you want but that won't change me
I just don't care what the world says. I'm gonna make it

Lost frequenzies trifft meine Stimmung heute irgendwie auf den Punkt. Ich singe ein bisschen mit, mein Kumpel im Auto auch. Ist doch immer schön Leute um sich zu haben, die genau so bescheuert sind wie man selbst <3 

Ich mach das Fenster runter. Ein ehemaliger Arbeitskollege und Freund von mir ist aktuell Praktikant bei dem Revierleiter und kontrolliert Jagdscheine und weist Parkplätze ein. Jeder macht einen dummen Spruch und wir lachen. Ich parke und trudel mich mit meiner besten Freundin zusammen: Sie ist heute mit ihrer Terrierhündin ebenfalls am Start und ich liebe liebe liebe es einfach, wenn wir gemeinsam auf Drückjagd sind. Wir schnappen uns unsere Jagdscheine und gehen zu den anderen; erstmal entspannt eine rauchen, etwas klönen und lachen. Dem Revierleiter habe ich einen Riegel Kinderschokolade mitgebracht: Eingeschworenes Ritual. Irgendwer bringt immer Kinderschoki mit :D 

"Jana, du fährst zum Stern hoch und dann ab ums Eck!" Meine Augen beginnen zu funkeln: Ums Eck ist einer der besten Stände. Ich soll noch jemanden mitnehmen und auf dem Weg absetzen, das kann ich wohl. Mit Hund, Rucksack und Gewehr stapfe ich voller Vorfreude den matschigen Grasweg entlang. Wie immer: Hund unten fest gemacht, hoch, geladen und alles eingerichtet. Ich habe hier schon oft gesessen, und auch schon was geschossen. Ich kenne die meisten Wechsel und weiß, in welche Richtung ich gucken muss. Hehe. Heute wird ein guter Tag. 

Um 10 war Hundeschnallen. Das ist eine riesen Gaudi auf solchen Jagden. Wie ein Kanonenstart: Auf dem Tracker kann ich dann alle Hunde gleichzeig starten sehen. Und der ganze Wald ist voller Hundegeläut. Meine allererste Gesellschaftsjagd überhaupt war damals in diesem Revier. Und wenn ich resümiere, habe ich mich glaube ich damals schon in die aufregende Jagd mit den Stöberhunden verliebt. Naja. Ich schreibe mit meiner besten Freundin, dass Schlumi nen Zisch gemacht hat. Und Emma auch. Hervorragend. Auf dem einen Wechsel huschen zwei Rehe vorbei, aber ohne Kugelfang. Ich sitze, warte und esse meine Kinderschoki. Eingehender Anruf: Ich nehme ab und quatsche ein bisschen mit dem Kommilitonen, der mich eben angerufen hat. "Jo, ich bin auf Drückjagd!" - "Cool! Soll ich in der WebApp gucken, ob ich Schlumi reinbekomme?" - "Ja, das wär cool! Und sonst so? Heute Abend kochen?" Wir quatschen ein bisschen, ab und zu mache ich das auf Drückjagd wenn grad nix geht. Tut mir leid. Ich bekenne mich schuldig.
Immer lauter werdend, höre ich Hundegeläut näher kommen. "Warte mal kurz!" Zische ich ins Telefon und lege es hastig neben mir auf die Bank des Drückjagdbocks. Direkt vor mir schleicht ein Reh aus der Dickung. Ich nehme den Repetierer hoch, entsichere. Bin voll drauf, habe das Schmalreh im Glas. Dann lasse ich fliegen. Im Knall sackt das Stück zusammen und liegt. Ich warte kurz... und bekomme meinen bekannten Zitter. Dann nehme ich das Gewehr runter. Mit kribbelnden Fingern nehme ich das Telefon. Mein Kommilitone ist noch dran "Was war das denn?!" fragt er mich. "Ich hab eben ein Schmalreh geschossen..." - "NE! Ist nicht wahr!!" - "Öhm... doch..." - "Waidmannsheil!" Ich kann es kaum fassen. 

Das lief ja wie am Schnürchen! Die Uhr zeigt 10.41 Uhr an. 41 Minuten nach Hundeschnallen. Schlumi ist weg, er stöbert die restliche Jagdzeit noch ganz hervorragend. Zwischendurch verliert er sich kurz, das können wir alle auf dem Tracker nachvollziehen. Wir schließen intern Wetten ab. Ich wette einen Fünfer, dass mein Hund wieder zu mir zurück findet. Meine beste Freundin einen Fünfer dagegen. Gespannt verfolgen wir meinen jungen Wachtel auf dem Tracker. Immer wieder ist er auf der Rückfährte drauf, dann wieder nicht mehr. Es fliegen auch noch zwei Rehe an meinem Stand vorbei. Eine Viertelstunde vor Hahn in Ruh höre ich ein Glöckchen durch die Dickung bimmeln. Ich schaue auf den Tracker, als mein kleiner Braunschimmel auch schon vom Buchenrauschen ausgespuckt wird. Ich bin wirklich sehr stolz auf ihn, wie er so müde und zufrieden wieder bei mir unterm Stand sitzt; unauffällig lasse ich ein Stück Kronch Pemmikan auf seine Decke unter der Leiter fallen, welches er sofort wegnascht. Er ist und bleibt eben mein kleiner Liebling. 

Nach kurzer Absprache mit der Jagdleitung gehe ich nach Hahn in Ruh vom Stand, berge mein Schmalreh und breche schnell auf. Wenn mir dabei keiner auf die Finger schaut, klappt das echt schon erstaunlich schnell, sauber und gut. Ein Jungjäger kommt die Schneise zu meinem Stand enlang gelaufen und fragt mich, ob er irgendwie helfen könne. Ich verneine, immerhin bin ich eigentlich schon fertig. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich auch ihn aufbrechen lassen, aber der Revierleiter hat mir leider nix gesagt. Also entschuldige ich mich, dass er um sonst zu mir gekommen ist und bitte ihn, mir beim Bergen zu helfen. 

Wir stehen den Nachmittag noch bis in die Dämmerung zusammen, tratschen, grillen und haben Spaß. Zwei Hunde haben kleine Katscher abbekommen, aber keiner hat was Ernstes. Direkt nach dem Treiben gehe ich noch ein Stück bei einem Hundeführer mit, der einen Anschuss kontrolliert, aber das muss morgen noch mal ein Profi suchen. Also geselle ich mich wieder an den Grill zu meinen Freunden und genieße einfach den Tag. Mein Hund schläft friedlich eingekuschelt in seiner Box. Die Kofferraumklappe ist offen und mein Auto steht direkt am Streckenplatz; ab und zu sehe ich die Nase schnüffeln wenn jemand vorbei geht, doch nach dem Einsatz heute ist der kleine Muckelmann auch einfach nur froh, jetzt ne Runde zu schlummern. Ich bin auch froh, als ich dann nach Hause fahre, warm dusche und zum Abendessen mein Kommilitone kommt... gekocht haben wir Wild. Wer hätte das gedacht ;) 











Samstag, 17. März 2018

Ein Böckchen im Thüringer Forst


08.12.2017

Drückjagd in der jagdlichen Heimat


„Durchfahrt verboten“ steht auf dem Schild an dem gewundenen Waldweg, der ins Nichts zu führen scheint. Schon seit drei Jahren jage ich in diesem Forstamt, doch dieses bin ich das erste Mal auf zahlreichen Drückjagden als Hundeführer geladen. Auch auf dieser Jagd heute bin ich das erste mal.  Ob ich hier richtig bin? Keine Ahnung, das Handy-Navi wird schon wissen, wo es mich hin lotst. Ziel ist der Treffpunkt auf einer kleinen Weihnachtsbaumkultur am gefühlten Rande der Zivilisation. Ich muss einen Gang runter schalten, der Jimny schafft den steilen, schmalen Teerweg sonst nicht. Noch eine Kehre, noch eine Kehre. Als ich gerade ranfahren will, um meine Navigation auf Google Maps noch mal zu überprüfen, sehe ich zwischen den kahlen Buchen die ersten Autos stehen.  Ich reihe mich mit ein und bereite schonmal alles vor. Ich bin so früh dran, also ziehe ich Schlumi ausnahmsweise schon jetzt seine Weste an, starte den Tracker und schaue dass sich alles einloggt. Dann gehe ich mit meinem Hund noch einmal auf und ab, stecke ihn wieder in seine Kiste und gehe zur Jagdscheinkontrolle.

Ich krame meinen Jagdschein aus dem Etui und stelle mich den freundlichen Gesichtern im Forstarbeiterwagen vor. Nicht nötig, sie kennen mich bereits: Auf der letzten Jagd im Forstamt wäre ich durch meine arbeitswillige Einstellung und meine Mithilfe beim Wild wiegen aufgefallen. „Mensch, sie haben ja sogar die dicken Schweine mit an die Waage gehängt, das vergessen wir so schnell nicht!“ Ich muss laut lachen und freue mich über die lustige Begrüßung. Dann stelle ich mich an den Sammelplatz und warte. Die ersten bekannten Gesichter tauchen auf. Zwei Förster, die ich bereits seit meinen ersten Jagden in diesem Forstamt kenne. Das war es aber auch schon.

Ich habe zwar auch kein Problem, auf Drückjagden nur mit Leuten in einer Anstellergruppe zu sein, die ich nicht kenne, freue mich aber trotzdem als einer der befreundeten Förster mich einsammelt: „Du bist heute bei mir in der Gruppe!“ Hervorragend!
In dem allgemein ausbrechenden Aufbruchschaos gehe ich zum Auto und schaue schnell, dass ich den Anschluss nicht verliere. Wir fahren ein Stück in den Wald rein, dann halten wir schon alle gemeinsam an der rechten Seite. Gemeinsam gehen wir zu Fuß weiter, einer nach dem Anderen
verlässt die Gruppe und nimmt seinen Stand ein. Das letzte Stück gehe ich mit meinem Standnachbarn zusammen. Er ist ebenfalls Hundeführer und da unsere Stände sehr nah beieinander sind, sprechen wir uns kurz ab, falls es zu dem Fall kommen sollte, dass wir beispielsweise Standlaut angehen müssen. Dann gehe ich zu meiner Kanzel, mache Schlumi unten fest und klettere hoch. Wie immer richte ich mich ein, schaue wie ich mit meiner Waffe am besten in Anschlag komme und gucke mir meine Umgebung an. Direkt gerade vor mir läuft der Grasweg, den ich gerade hergekommen bin. Er verschwindet hinter einer kleinen Kurve und ich mache mir nochmal klar, dass mein Nachbar unmittelbar hinter dieser Kurve sitzt. Ich kann ihn nicht sehen, da er von einer schmalen Baumreihe verdeckt wird. Links von mir läuft der Hang parallel zum Weg, bestockt mit alten Kiefern. Auf der rechten Seite des Weges erblicke ich ebenfalls im Hang einen dunklen, mittelalten Fichtenbestand, durch welchen zwei Schussschneisen verlaufen. Ich beiße genüsslich in einen Lebkuchen, den ich geschickt aus meinem Rucksack gefischt habe, und lehne mich zurück; in gespannter Erwartung aufs Hundeschnallen.

Ich höre das erste Hundegeläut. Gerade will ich runter, um meinen Hund ebenfalls zu schnallen, da sehe ich sie: Zwei Rehe springen aus der Baumreihe, hinter welcher mein Nachbarschütze steht, dicht gefolgt von einer Bracke. Das Adrenalin schießt mir durch den Körper, doch an einen Schuss ist garnicht zu denken, zu nah ist der Nachbar, zu groß die Gefährdung. Kommt nicht in Frage. Diese Rehe kommen dann halt heute jemand anderem passig, denke ich mir. Schnell klettere ich die Leiter runter und mache meinen Hund los. „Huiii such voran, hussassassassa!“ und mein kleiner Wachtel macht seinen altbekannten Zisch, ich höre nur noch das Glöckchen bis es schließlich auch verhallt. Immer wieder höre ich rechts irgendwo Hundegeläut, doch nichts kommt bei mir an. Geduldig und ziemlich aufgeregt warte ich. Eine Jagd, bei der es keine ruhigen Phasen zu geben scheint. Wo ich die ganze Zeit dauerangespannt bin.

Dann sehe ich es: Den Hang rechts hoch erscheint auf der ersten Schneise ein einzelner Überläufer. Schnell nehme ich den Repetierer hoch um es auf der zweiten Schneise abzupassen, doch dort kommt es nicht an. Scheinbar hat es sich über den Hang davon gemacht. Ich ärgere mich ein wenig, als hinter mir erneut aggressiver Hundelaut zu hören ist. Schnell ist der Ärger übers verpasste Schweinchen verflogen und ich konzentriere mich wieder voll und ganz auf das, was hinter mir gleich kommt. Immer näher und näher kommt der Laut. Ich kann nichts sehen. Noch lauter wird das Geläut... gleich... gleich... da brechen zwei Rehe aus den Fichten raus, machen einen großen Satz über den schmalen Grasweg und ziehen in das Kiefernaltholz. Die Waffe ist schon oben, sehe ich, wie die zwei verhoffen, um zurückzusichern, wo die Hunde artig auf der Spur folgen. Ich habe schon entsichert. Das eine Reh verhofft hinter einem Baum, das zweite steht frei. Und breit. Ich lasse fliegen. Einen riesen Satz macht das Stück, zeichnet und will zurück flüchten. Mein Hund kommt auf der Spur. Im Affekt rüde ich ihn an „Pack es dir, packs dir!“ Das Reh ist im gleichen Moment jedoch tödlich getroffen, bereits nach 15m Fluchtstrecke zusammengesackt. Mein Hund packt am Träger und beutelt. So ein feiner. Noch im Adrenalinrausch höre ich, wie mein Nachbarschütze mir zuruft, ob ich Hilfe bräuchte, ob wir Standlaut angehen müssten. Ich bedanke mich und erkläre kurz, dass das beschossene Reh liegt und alles gut ist.
Puh. Erstmal tief durchatmen. „Waidmannsheil!“ ruft er.

Ich breche selber am Stand auf. Ein Böckchen habe ich erlegt. Ich freue mich über das Erlebnis, ein Stück vor meinem Hund geschossen zu haben. Auch Böcke sind ganz offiziell freigegeben gewesen, und dieser Bock hat sogar noch beide Stangen auf. Wie immer habe ich natürlich vor, ihn mir präparieren zu lassen; als Erinnerung an das Erlebnis.

Am Streckenplatz angekommen trinke ich einen Kaffee, esse eine Suppe. Mein Stück wurde von jemand anderem auf dem Heckpack mitgenommen. Dann gehe ich zur Strecke und beschaue mir, was erlegt wurde. Schnell mache ich auch mein Böckchen aus: Eine der Stangen fehlt. Ich bin ein bisschen bestürzt darüber. Nicht, weil ich der große Trophäenjäger bin. Aber ich hätte ihn mir gern noch öfters so beschaut, wie ich ihn auch geschossen habe. Nichts desto trotz wird mich die Einstangen-Trophäe des kleinen Drückjagdböckchens auch so oft genug an den spannenden Jagdtag mit meinem jungen Wachtel erinnern.